Kosten

Warum ist der Hochzeitsfotograf so teuer ???

Manchmal sieht man einfach nur die Zahl und die Anzahl der Stunden und rechnet runter.
Das ist aber falsch. Die Anzahl der (anwesenden) Stunden ist nur ein kleiner Teil des Eisbergs und um die Leistung eines Hochzeitsfotografen für Paare transparenter zu machen, möchte ich Euch gerne beispielhaft darstellen, wie die Preise für Hochzeitsreportagen (in diesem Beispiel eine 10 Stunden Reportage) zustandekommen.
Bitte nehmt nicht jedes Wort so ernst und legt nicht jede Bemessung auf die Waagschale. Das sind Durchschnittswerte aus meinem Erfahrungsschatz.

Eine Hochzeitsreportage für 10 Stunden an einem Wochenende für beispielsweise 2.500€
An dieser Stelle werden sich sicher viele denken: 2500 Euro für 10 Stunden? Das sind ja über 200 Euro pro Stunde. Das verdien ich in 5 Stunden nicht, was der in einer Stunde von uns will….
Ja, aber so leicht ist das Ganze nicht!

Welcher Arbeitsaufwand steht HINTER einer Reportage
also zusätzlich zur Präsenzzeit (es handelt sich um Durchschnittswerte!)?

    • 1 Stunde Mailverkehr nach der Anfrage.
    • Es folgen Telefonate mit euch & Terminsuche für das Vorgespräch und Check der Verfügbarkeiten
    • 1-2 Stunden Vorgespräch 
    • 0,5 Stunde für Angebotserstellung, Buchung, Auftragsbestätigung & Hochzeitsvertrag 
    • 3 Stunden das Engagement Shooting (vergesst nicht An- und Abfahrt) 
    • 2 Stunden für die Bearbeitung der Bilder des Engagement Shootings & Bereitstellung in einer Galerie 
    • 1 Stunde für einen Locationcheck 
    • 2 Stunden An- und Abfahrt zu eurer Hochzeit 
    • 10 Stunden Hochzeitsreportage am Hochzeitstag 
    • 5 Stunden durchforsten und hochladen hunderter Fotos, Backups & Selektion 
    • 20 Stunden Bearbeitung der 500 selektierten Fotos 
    • 2 Stunden für das Hochladen der Daten auf USB-Stick, Verpackung dafür vorbereiten und auch vorher überlegen, eine Online Galerie für Euch erstellen und dort die Bilder hochladen und die Rechnung fertig stellen. 

Ergebnis:
rund 48 Stunden Arbeit für 10 Stunden Hochzeitsreportage und mindestens 500 Fotos für Euch.
Das ergibt einen Stundenlohn von ca. 48€ brutto. 

Weitere Überlegungen – wie kommt dieser Preis für den Hochzeitsfotograf zustande, was muss man noch berücksichtigen?

Ein Hochzeitsfotograf kann nicht das Ganze Jahr über gebucht sein. Das ist quasi unmöglich. Gehen wir davon aus, dass die meisten Paare im Sommer heiraten – also von Mai bis Oktober. Also rein rechnerisch beträgt die Saison 24 Wochenenden, an denen man Hochzeiten fotografieren kann. Wenn man sehr viel Glück hat und die Sache mit dem Marketing richtig gut hinbekommt, ist davon jedes Wochenende mit einer zehnstündigen Hochzeitsreportage gebucht. An 10 Wochenenden ist möglicherweise auch noch der Freitag gebucht – das ist sehr unwahrscheinlich – aber wir nehmen es mal an.
Das wären insgesamt 34 Reportagen á 2.300€, also zusammen rund 78.000 € Umsatz. Von diesem Stundenlohn von 48€ müsst ihr aber bedenken, dass wir auch noch Dinge kaufen und bezahlen müssen, so wie jeder andere Mensch, der arbeitet: 

    • Miete und Auto 
    • Min. zwei Kameras
    • Objektive
    • Blitze
    • Kamerazubehör, etc.
    • Einen performanten Rechner zur Bildbearbeitung
    • Einen kalibrierbaren Monitor
    • Ein Backup-Server 
    • Software zur Bildbearbeitung
    • Online Galerie (Dropbox oder Ähnliches) performancestarke PC´s, Monitore, 
    • Festplatten, USB Sticks,… 
    • Marketing und Werbung den Betrieb der Webseiten
    • Abos
    • Fachliteratur
    • Workshops & Weiterbildung
    • Versicherungen & Steuern

Abzüglich Steuern landet ein ideal ausgelasteter Hochzeitsfotograf, der von Mai bis Oktober ohne Wochenende und Urlaub durcharbeitet, bei etwa 49.000€ netto Einnahmen, aus denen noch Alters- und Krankenversicherung bezahlt werden und der Lebensunterhalt finanziert wird. 

Im Winter führt ein vorbildlicher Fotograf Vorgespräche mit Hochzeitspaaren für das kommende Jahr, betreibt Akquise für Neukunden, shootet ein paar freie Arbeiten um das Portfolio zu erweitern, setzt Ideen mit Partnern um, macht bei Coachings mit oder gibt welche und Weiterbildungen, Steuerklärungen sollte man auch noch machen… und man aktualisiert und befüllt Webseite & Blog mit den Projekten und Shots.   

Warum schwanken die Preise? Günstiger Fotograf für die Hochzeit? 

Weil sie nicht immer alles im Hintergrund dazu rechnen, zusätzlich zur Hochzeitsfotografie noch andere Aufträge haben, oder nicht davon leben müssen. Viele Hochzeitsfotografen machen dies nebenberuflich, oft als Kleinunternehmer oder als Hobby, womit sie sich etwas dazuverdienen. Manche können auch möglicherweise nicht rechnen und sind nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden, z.B. weil bei der ersten kaputten Kamera das Geld für eine Neue fehlt oder sie merken, dass sie für 10 Stunden Hochzeitsreportage tatsächlich fast 50 Stunden arbeiten müssen. Und manchmal entspricht ein niedriger Preis eben leider auch der abgelieferten Arbeitsqualität…

Es gibt aber auch viel teurere Fotografen! Da sind 2.500 Euro ja noch „günstig“ gegen dein Ein oder die Andere,… 

Stimmt, denn auch in der Hochzeitsfotografie gibt es Fotografen, die ‚outstanding‘ sind, denen ihr Ruhm vorauseilt, die viele nationale & internationale Auszeichnungen erhalten und die noch viel höhere Preise abrufen können, oftmals das 2- bis 4-fache. Oftmals steht dahinter extrem viel Erfahrung, eine ganz außergewöhnliche Bildsprache und häufig einfach ein Künstler mit ganz eigener Anmutung und Stil – und diese außergewöhnlichen Merkmale sollten entsprechend honoriert werden. Die Zeit, die ein Hochzeitsfotograf kalkuliert, ist Zeit für Euch und Euren großen Tag und Eure persönliche Betreuung. Es geht darum, Euch eine tolle Arbeit abzuliefern, die Euch begeistert – und für die Fotografenseite, wie auch für Euch eine Bereicherung und Freude ist. Ich hoffe, ich konnte Euch eine Antwort auf die Frage „Was kostet ein Hochzeitsfotograf?“ geben. Jedenfalls wißt Ihr nun, wie ein Hochzeitsfotograf seine Preise kalkuliert.